Duschgel fürs Baby oder nur Wasser? Was zarte Babyhaut braucht
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In den ersten Lebenswochen reicht für die Reinigung von Babyhaut klares, lauwarmes Wasser. Später kannst du gezielt eine milde, parfümfreie Baby-Waschlotion einsetzen, aber nur sparsam und dort, wo Schmutz sitzt. Ein normales Baby Duschgel für Erwachsene gehört nicht in die Babywanne. Hier erfährst du, wie oft du badest, welche Inhaltsstoffe ungeeignet sind und woran du ein gutes Produkt erkennst.
Warum Babyhaut so empfindlich ist
Babyhaut ist deutlich dünner als die Haut Erwachsener, und ihre Schutzfunktion entwickelt sich in den ersten Lebensmonaten noch. Sie verliert schneller Feuchtigkeit und lässt Stoffe leichter durch. Gleichzeitig ist der Säureschutzmantel nach der Geburt noch nicht vollständig aufgebaut.
Hinzu kommt: Säuglinge haben im Verhältnis zu ihrem Gewicht eine sehr große Hautoberfläche. Was auf die Haut aufgetragen wird, kann deshalb stärker ins Gewicht fallen als bei älteren Kindern. Das ist der Grund, warum bei Babys der Grundsatz gilt: so wenig Produkte wie möglich, so viel wie nötig.
Wasser, Waschlotion oder Baby Duschgel?
Die Unterschiede zwischen den Produktbezeichnungen sind kleiner, als die Regale vermuten lassen. Entscheidend ist die Formel, nicht das Wort auf dem Etikett.
| Methode | Ab wann | Wofür | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Klares Wasser | ab Geburt | tägliche Reinigung, Bad in den ersten Wochen | reicht oft vollkommen aus |
| Baby-Waschlotion | nach den ersten Wochen, bei Bedarf | Windelbereich, Hautfalten, stärkere Verschmutzung | parfümfrei, sparsam, gut abspülen |
| Badeöl, Pflegebad | nach Rücksprache bei trockener Haut | rückfettende Reinigung | Wanne und Baby werden rutschig |
| Duschgel für Erwachsene | nicht für Babys | – | meist zu viel Duft und zu stark reinigend |
| Schaumbad | nicht für Babys | – | viel Tensid, lange Einwirkzeit |
Muttermilch, Speichel und Stuhl lassen sich in aller Regel mit Wasser und einem weichen Waschlappen entfernen. Erst bei hartnäckigen, fettigen Rückständen im Windelbereich bringt eine milde Waschlotion einen echten Vorteil.
Diese Inhaltsstoffe sind für Babys ungeeignet
Eine gute Baby-Waschlotion hat eine kurze Inhaltsstoffliste. Je weniger Zusätze, desto geringer das Risiko, dass die Haut reagiert. Diese Stoffe solltest du meiden:
- Parfum und Duftallergene: Babys brauchen keinen Duft. Duftstoffe gehören zu den häufigsten Auslösern von Kontaktallergien. Mehr unter Duftstoffallergene erkennen.
- Ätherische Öle: Menthol, Kampfer, Eukalyptus und Pfefferminzöl können bei Säuglingen und Kleinkindern Atemprobleme auslösen und gehören nicht an Babyhaut.
- Stark entfettende Tenside: Sodium Lauryl Sulfate als Haupttensid ist für Babyhaut zu aggressiv.
- Methylisothiazolinone: Der Konservierer gilt als starkes Kontaktallergen. Hintergründe unter Methylisothiazolinone (MIT).
- Farbstoffe und Glitzer: erfüllen keinen Zweck und erhöhen nur die Zahl möglicher Reizstoffe.
Gut verträglich sind dagegen milde Tenside wie Coco-Glucoside oder Cocamidopropyl Betaine, Feuchthaltemittel wie Glycerin sowie Panthenol. Wie du solche Begriffe auf der Verpackung findest, erklärt der Ratgeber INCI-Liste lesen.
Für einige Konservierer gelten bei Babyprodukten zusätzliche Regeln. So dürfen Propylparaben und Butylparaben nicht in Leave-on-Produkten für den Windelbereich von Kindern unter drei Jahren eingesetzt werden. Bei einer Waschlotion, die abgespült wird, ist das Risiko ohnehin gering.
Empfehlung: milde Baby-Waschlotion ohne Parfum
Wenn du eine Waschlotion kaufst, wähle ein parfümfreies Produkt mit wenigen Inhaltsstoffen und einem hautfreundlichen pH-Wert. Eine Flasche hält bei sparsamer Anwendung lange, denn pro Bad genügen wenige Tropfen im Wasser oder auf dem Waschlappen.
Begriffe wie „sensitiv“, „dermatologisch getestet“ oder „für Babys“ sind nicht einheitlich definiert. Sie sagen nichts darüber aus, wie und an wie vielen Personen getestet wurde. Verlass dich deshalb lieber auf die Inhaltsstoffliste als auf Werbeaussagen auf der Vorderseite.
Nach dem Bad braucht gesunde Babyhaut nicht zwingend eine Lotion. Wirkt sie trocken oder schuppig, genügt eine dünne Schicht einer parfümfreien Pflegecreme. Wundschutzcreme kommt nur in den Windelbereich, wenn die Haut dort gerötet ist.
Viele Eltern verwenden dasselbe parfümfreie Produkt später einfach weiter. Wie sich die Anforderungen mit dem Alter verändern, zeigt der Ratgeber Duschgel für Kinder. Auch werdende Mütter mit duftempfindlicher Nase greifen gern zu solchen Formeln, mehr dazu unter Duschgel in der Schwangerschaft.
So badest du dein Baby schonend
Ein Bad ein- bis zweimal pro Woche reicht für Babys in der Regel aus. Häufigeres Baden trocknet die Haut eher aus, als dass es Vorteile bringt. Dazwischen säuberst du Gesicht, Hände, Hautfalten und Windelbereich mit einem Waschlappen und Wasser.
- Temperatur prüfen: Das Wasser sollte etwa 37 Grad haben. Ein Badethermometer ist zuverlässiger als die Hand.
- Kurz baden: Fünf bis zehn Minuten genügen, damit die Haut nicht aufweicht und auskühlt.
- Sparsam reinigen: Waschlotion, wenn überhaupt, nur in den Windelbereich und in verschmutzte Hautfalten geben.
- Gründlich abspülen: Reste in Hals-, Achsel- und Leistenfalten können reizen.
- Sanft trocknen: Abtupfen statt rubbeln und die Falten besonders gründlich trocknen.
Lass dein Baby in der Wanne nie allein, auch nicht für einen Augenblick. Bei Pflegebädern mit Öl hältst du es besonders sicher, weil die Haut glitschig wird. Den Nabel hältst du nach Empfehlung deiner Hebamme sauber und trocken, bis er abgeheilt ist.
Übrigens gilt das Prinzip „mild, parfümfrei, kurz“ nicht nur für Babys. Es ist auch bei verletzter oder sehr empfindlicher Erwachsenenhaut der Maßstab, etwa nach einem frischen Tattoo (siehe Duschgel für Tattoos) oder bei der dünner werdenden Haut im Alter.
Wann zum Kinderarzt
Leichte Hautschüppchen oder kleine Pickelchen in den ersten Wochen sind häufig und verschwinden meist von selbst. Lass dein Baby ärztlich untersuchen, wenn sich trockene, rote und juckende Stellen im Gesicht, an den Wangen oder am Körper bilden und nicht abklingen. Das können erste Zeichen einer Neurodermitis sein. Auch ein wunder Windelbereich mit Pusteln, nässenden Stellen oder weißlichen Belägen, ein geröteter oder nässender Nabel sowie Hautausschlag mit Fieber gehören sofort in ärztliche Hände. Eine Übersicht über alle Hautzustände findest du unter Duschgel nach Hauttyp.
Häufige Fragen
Ab wann darf man Babys mit Waschlotion waschen?
In den ersten Lebenswochen genügt klares Wasser. Danach kannst du bei Bedarf eine milde, parfümfreie Baby-Waschlotion verwenden, vor allem im Windelbereich. Sie sollte sparsam eingesetzt und gründlich abgespült werden.
Kann ich normales Duschgel für mein Baby benutzen?
Davon ist abzuraten. Duschgel für Erwachsene enthält meist Parfum und reinigt stärker, als es Babyhaut verträgt. Besser geeignet ist eine Waschlotion speziell für Babys oder ein parfümfreies Syndet.
Wie oft sollte man ein Baby baden?
Ein- bis zweimal pro Woche reicht in der Regel aus. Dazwischen werden Gesicht, Hände, Hautfalten und Windelbereich mit Wasser und Waschlappen gereinigt. Zu häufiges Baden kann die Babyhaut austrocknen.
Welche Wassertemperatur ist beim Babybad richtig?
Etwa 37 Grad, also Körpertemperatur, sind ideal. Am zuverlässigsten misst du mit einem Badethermometer. Das Bad sollte nur fünf bis zehn Minuten dauern, damit dein Baby nicht auskühlt.