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Duftstoffallergene im Duschgel: Limonene, Linalool und die neuen EU-Regeln

Aktualisiert am von der Redaktion duschgel.net

Duftstoffallergene sind einzelne Duftsubstanzen, die bekanntermaßen Kontaktallergien auslösen können und deshalb ab einer bestimmten Menge namentlich auf der Verpackung stehen müssen. Bekannte Beispiele sind Limonene, Linalool, Citronellol und Geraniol. Seit der Verordnung (EU) 2023/1545 wächst die Liste der deklarationspflichtigen Stoffe deutlich, hier erfährst du, was das für dich bedeutet und wie du die Stoffe erkennst.

Was sind Duftstoffallergene?

Hinter dem Wort „Parfum“ in einer INCI-Liste verbirgt sich ein Gemisch aus oft dutzenden Einzelstoffen. Hersteller müssen dieses Gemisch nicht aufschlüsseln, weil Duftrezepturen als Betriebsgeheimnis gelten. Für bestimmte Stoffe gibt es aber eine Ausnahme: Wenn sie als häufige Auslöser von Kontaktallergien bekannt sind, müssen sie ab einer Mindestmenge einzeln genannt werden.

Diese Regel gilt unabhängig davon, ob der Stoff synthetisch hergestellt wurde oder aus einem ätherischen Öl stammt. Ein Duschgel mit Orangenöl enthält also Limonene, und ein Lavendelöl bringt Linalool mit. Natürlich heißt in diesem Zusammenhang nicht hautfreundlicher.

Die Grenzen für die Deklarationspflicht liegen bei 0,01 Prozent in abwaschbaren Produkten wie Duschgel und bei 0,001 Prozent in Produkten, die auf der Haut verbleiben. Ab diesen Mengen muss der Stoff in der INCI-Liste auftauchen.

Die bekanntesten Duftstoffallergene im Überblick

Bis 2026 umfasste die Liste 26 Stoffe, von denen einige inzwischen ganz verboten sind. In Duschgels begegnen dir vor allem diese:

INCI-NameDuftrichtungTypische HerkunftEinordnung
LimonenezitrischOrange, Zitrone, Bergamottesehr häufig, oxidiert stark allergen
Linaloolblumig-frischLavendel, Koriander, Rosenholzsehr häufig, oxidiert stark allergen
Citronellol, GeraniolrosigRose, Geraniehäufig in Blütendüften
CitralzitronigLemongrass, Zitronenmelissemittleres Allergiepotenzial
Eugenol, Isoeugenolwürzig, nelkenartigNelke, ZimtblattIsoeugenol gilt als stark allergen
Cinnamal, Cinnamyl AlcoholzimtigZimtvergleichsweise stark allergen
Coumarinheuartig, süßTonkabohne, Waldmeisterhäufig in Vanille- und Gourmand-Düften
Hexyl Cinnamalblumigmeist synthetischsehr verbreitet, eher schwach allergen
Benzyl Alcohol, Benzyl Salicylate, Benzyl Benzoatemild-blumigJasmin, Ylang-Ylang, synthetischBenzyl Alcohol dient auch als Konservierer
Evernia Prunastri ExtractmoosigEichenmoosstark allergen, in Chypre-Düften

Drei frühere Listenstoffe sind inzwischen verboten: Hydroxyisohexyl 3-Cyclohexene Carboxaldehyde (HICC, bekannt als Lyral) sowie Atranol und Chloroatranol wegen ihres hohen Allergiepotenzials. Butylphenyl Methylpropional (Lilial) ist seit 2022 verboten, weil er als fortpflanzungsgefährdend eingestuft wurde.

Neue EU-Regeln: Verordnung (EU) 2023/1545

Mit der Verordnung (EU) 2023/1545 hat die EU die Liste der kennzeichnungspflichtigen Duftstoffallergene auf rund 80 Einträge erweitert. Neu hinzugekommen sind unter anderem weitere Einzelsubstanzen sowie zahlreiche ätherische Öle und Pflanzenextrakte, die als Ganzes deklariert werden müssen. Grundlage war eine Bewertung des wissenschaftlichen Ausschusses für Verbrauchersicherheit (SCCS).

Für die Umstellung gelten Übergangsfristen. Produkte, die seit dem 31. Juli 2026 neu auf den Markt kommen, müssen bereits nach den neuen Regeln gekennzeichnet sein. Produkte, die schon vorher im Handel waren, dürfen noch bis zum 31. Juli 2028 verkauft werden. In den Regalen findest du deshalb derzeit beide Kennzeichnungsformen nebeneinander.

Für Allergiker ist das ein Fortschritt: Je mehr Stoffe namentlich genannt werden, desto besser kannst du bekannte Auslöser gezielt meiden. Die INCI-Listen werden dafür allerdings länger und manchmal unübersichtlicher.

Warum oxidierte Duftstoffe besonders kritisch sind

Limonene und Linalool gelten im frischen Zustand als eher schwache Allergene. Kommen sie mit Luftsauerstoff in Kontakt, entstehen sogenannte Hydroperoxide. Diese Abbauprodukte sensibilisieren deutlich stärker. Dermatologische Kliniken testen sie deshalb inzwischen häufig gesondert im Epikutantest.

Für den Alltag heißt das: Flaschen nach dem Gebrauch schließen, Produkte nicht jahrelang aufbewahren und nicht in direkter Sonne oder auf der warmen Heizung lagern. Ein Duschgel, das ranzig oder deutlich anders riecht als beim Kauf, gehört in den Müll. Das gilt besonders für Naturkosmetik mit hohem Anteil an ätherischen Ölen.

So erkennst und meidest du Duftstoffallergene

Duftstoffallergene stehen meist am Ende der INCI-Liste, direkt hinter Parfum oder hinter den ätherischen Ölen. So gehst du vor:

  1. Kenne deinen Auslöser. Ein Allergiepass nach dem Epikutantest nennt die genauen Stoffe. Notiere dir die INCI-Namen.
  2. Suche gezielt. Prüfe jedes neue Produkt auf diese Namen, auch Duschgel, Shampoo, Bodylotion und Handseife.
  3. Achte auf ätherische Öle. Bei einer Allergie gegen Linalool sind etwa Lavendel-Produkte problematisch, bei Limonene viele Zitrus-Düfte.
  4. Im Zweifel duftfrei. Die sicherste Lösung ist ein Duschgel ohne Duftstoffe, das weder Parfum noch ätherische Öle enthält.

Achte zusätzlich auf Konservierer. Viele Menschen mit Duftstoffallergie reagieren auch auf Methylisothiazolinone, weil eine vorgeschädigte Hautbarriere generell anfälliger für Sensibilisierungen ist. Welche Duftrichtungen welche Stoffe typischerweise enthalten, zeigt unsere Übersicht der Duschgel-Düfte.

Was nicht zu den Duftstoffallergenen gehört

Nicht jeder unbekannte Name in der INCI-Liste ist ein Duftstoff. Pflegewirkstoffe wie Urea, Panthenol und Hyaluron riechen nicht und stehen nicht auf der Allergenliste. Sie gelten als gut verträglich und finden sich gerade in parfümfreien Produkten für empfindliche Haut.

Auch Glycerin, Tenside wie Coco-Glucoside oder Rückfetter wie Pflanzenöle zählen nicht dazu. Eine Ausnahme bilden duftende Pflanzenöle und Extrakte, die mit der neuen Verordnung teilweise selbst deklarationspflichtig werden. Einen Überblick über alle Stoffgruppen findest du auf der Seite Duschgel-Inhaltsstoffe.

Wann zum Hautarzt?

Lass dich hautärztlich untersuchen, wenn nach dem Kontakt mit parfümierten Produkten wiederholt Juckreiz, Rötungen, Bläschen oder schuppende Ekzeme auftreten, vor allem an Händen, Hals, Achseln oder im Gesicht. Typisch für eine Kontaktallergie ist, dass die Reaktion erst nach Stunden bis zwei Tagen einsetzt. Ein Epikutantest mit Duftstoff-Mischungen und Einzelstoffen klärt, welche Substanz du meiden musst. Mehr Tipps gibt unser Ratgeber zu Duschgel für Allergiker.

Häufige Fragen

Welche Duftstoffe müssen auf der Verpackung stehen?

Stoffe, die als Kontaktallergene bekannt sind, müssen ab 0,01 Prozent in abwaschbaren und ab 0,001 Prozent in verbleibenden Produkten einzeln genannt werden. Dazu gehören etwa Limonene, Linalool, Citronellol, Geraniol und Coumarin. Mit der Verordnung (EU) 2023/1545 kommen zahlreiche weitere Stoffe hinzu.

Ist Limonene im Duschgel schädlich?

Für die meisten Menschen ist Limonene in den üblichen Mengen unproblematisch. Oxidiertes Limonene kann jedoch Kontaktallergien auslösen. Wer bereits sensibilisiert ist, sollte Produkte mit Limonene meiden.

Ab wann gelten die neuen Regeln für Duftstoffallergene?

Neue Produkte müssen seit dem 31. Juli 2026 nach den erweiterten Regeln gekennzeichnet sein. Produkte, die bereits vorher im Handel waren, dürfen bis zum 31. Juli 2028 weiter verkauft werden.

Sind natürliche Duftstoffe besser verträglich?

Nein, nicht grundsätzlich. Ätherische Öle enthalten dieselben allergenen Einzelstoffe wie synthetische Düfte, etwa Linalool im Lavendelöl oder Limonene im Orangenöl. Entscheidend ist der jeweilige Stoff, nicht seine Herkunft.