Duschgel-Test: Was Öko-Test und Stiftung Warentest wirklich prüfen
Ein Duschgel Test von Öko-Test oder Stiftung Warentest bewertet nicht dasselbe: Öko-Test konzentriert sich vor allem auf umstrittene Inhaltsstoffe, Stiftung Warentest bezieht bei Kosmetiktests auch Anwendung und Hautgefühl ein. Beide zeigen regelmäßig, dass günstige Eigenmarken gut abschneiden können. Hier erfährst du, wie die Institute arbeiten, welche Kritikpunkte bei Duschgel häufig auftauchen und wie du Testurteile richtig liest.
Wer testet Duschgel in Deutschland?
Zwei Institute prägen die Wahrnehmung von Kosmetiktests in Deutschland. Öko-Test ist ein Verbrauchermagazin, das regelmäßig Körperpflegeprodukte untersucht, darunter auch Duschgels in verschiedenen Ausrichtungen. Die Stiftung Warentest ist eine vom Bund gegründete, unabhängige Stiftung, die ein breites Spektrum an Produkten und Dienstleistungen prüft. Körperpflege steht bei ihr seltener auf dem Programm als etwa Elektronik oder Lebensmittel.
Beide Institute kaufen die Produkte anonym im Handel und lassen sie in unabhängigen Laboren untersuchen. Hersteller können nicht bezahlen, um getestet zu werden, und erfahren die Ergebnisse erst kurz vor der Veröffentlichung. Wir bei duschgel.net führen keine eigenen Labortests durch, sondern ordnen veröffentlichte Methoden und Kriterien ein. Aktuelle Einzelergebnisse findest du in den jeweiligen Heften und auf den Websites der Institute.
So arbeitet Öko-Test
Öko-Test bewertet Duschgels vorwiegend über ihre Inhaltsstoffe. Das Magazin prüft die Deklaration und lässt gezielt nach Stoffen suchen, die es als bedenklich oder umstritten einstuft. Die Bewertungsskala reicht von „sehr gut“ bis „ungenügend“. Abzüge können sich addieren, sodass mehrere kleinere Kritikpunkte ein Gesamturteil deutlich verschlechtern.
Wichtig für das Verständnis: Öko-Test legt strengere Maßstäbe an als das Gesetz. Ein Stoff, der nach EU-Kosmetikverordnung erlaubt ist, kann trotzdem zu Abzügen führen. Ein schlechtes Öko-Test-Urteil bedeutet also nicht, dass ein Produkt verboten oder gesundheitsschädlich ist, sondern dass es Inhaltsstoffe enthält, die das Magazin vermeiden würde.
So arbeitet Stiftung Warentest
Die Stiftung Warentest bewertet bei Kosmetik meist mehrere Prüfpunkte, die unterschiedlich gewichtet in ein Gesamturteil einfließen. Typisch sind praktische Anwendungsprüfungen mit Testpersonen, etwa zu Schaum, Abspülbarkeit und Hautgefühl, dazu Untersuchungen auf Schadstoffe, die Prüfung der Deklaration und eine Bewertung der Verpackung. Die Noten folgen dem Schulnotenprinzip von „sehr gut“ bis „mangelhaft“.
Weil die Anwendung mitzählt, kann ein Produkt bei Stiftung Warentest gut abschneiden, obwohl es Inhaltsstoffe enthält, die Öko-Test kritisieren würde, und umgekehrt. Die Urteile beider Institute lassen sich deshalb nicht direkt vergleichen.
| Aspekt | Öko-Test | Stiftung Warentest |
|---|---|---|
| Schwerpunkt | umstrittene und bedenkliche Inhaltsstoffe | Gesamtbild aus Anwendung, Schadstoffen und Deklaration |
| Anwendungstest mit Personen | meist nicht im Mittelpunkt | häufig fester Bestandteil |
| Maßstab | oft strenger als gesetzliche Vorgaben | gesetzliche Vorgaben plus eigene Prüfkriterien |
| Bewertungsskala | „sehr gut“ bis „ungenügend“ | „sehr gut“ bis „mangelhaft“ |
Häufige Kritikpunkte im Duschgel Test
Bei Duschgels tauchen in Tests immer wieder ähnliche Themen auf. Die folgende Liste beschreibt typische Kritikpunkte, ohne einzelne Produkte zu bewerten:
- PEG und PEG-Derivate: Diese Emulgatoren und Tenside können laut Kritikern die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Öko-Test wertet sie regelmäßig ab.
- Synthetische Polymere: Flüssige oder gelartige Kunststoffverbindungen, oft als Filmbildner oder Verdicker. Feste Mikroperlen sind in abspülbaren Produkten seit dem 17. Oktober 2023 durch die Verordnung (EU) 2023/2055 verboten, viele flüssige Polymere aber weiter erlaubt. Mehr unter Duschgel ohne Mikroplastik.
- Umstrittene Duftstoffe: Allergene Einzelstoffe oder synthetische Moschusverbindungen. Mehr dazu unter Duftstoffallergene.
- Konservierungsmittel: etwa Formaldehydabspalter oder Methylisothiazolinone, das in abspülbaren Produkten nur bis 0,0015 Prozent erlaubt ist.
- Verpackung: überflüssige Umkartons oder Kunststoffe, die Testinstitute aus Umweltgründen kritisieren.
Viele dieser Stoffe erkennst du selbst in der INCI-Liste. Wie das geht, erklärt unser Ratgeber INCI lesen.
Testurteile richtig lesen
- Auf das Testdatum achten: Hersteller ändern Rezepturen. Ein Urteil von vor mehreren Jahren sagt wenig über das heutige Produkt.
- Die Begründung lesen: Ein „befriedigend“ wegen Verpackung ist für deine Haut weniger relevant als eines wegen allergener Duftstoffe.
- Testsiegel prüfen: Auf der Flasche abgedruckte Siegel nennen Heft und Jahr. Fehlen sie, ist das Siegel wenig aussagekräftig.
- Zum eigenen Bedarf passen: Ein gut bewertetes, parfümiertes Duschgel ist für Menschen mit Duftstoffallergie trotzdem ungeeignet.
Eigenmarken im Test
Ein wiederkehrendes Ergebnis vieler Kosmetiktests: Teuer ist nicht automatisch besser. Eigenmarken der Drogerien und Discounter schneiden häufig gut ab, weil sie mit einfachen, bewährten Rezepturen arbeiten. Das gilt für das Sortiment großer Ketten wie dm, Rossmann und Müller ebenso wie für Discounter.
Ein gutes Testergebnis ist ein hilfreicher Anhaltspunkt, ersetzt aber nicht den Blick auf deine Haut. Wer zu Trockenheit, Reizungen oder Allergien neigt, sollte zusätzlich auf milde Tenside, Rückfetter und einen geringen Duftstoffanteil achten. Einen Überblick über Händler und Spartipps bietet Duschgel kaufen, Hilfe bei der Produktwahl der Duschgel-Finder.
Häufige Fragen
Welches Duschgel ist laut Test das beste?
Das hängt vom Testzeitpunkt und vom Institut ab, denn Rezepturen und Prüfkriterien ändern sich. Lies immer den aktuellen Test im Original und prüfe, ob die Bewertungsgründe für deine Haut relevant sind.
Was ist der Unterschied zwischen Öko-Test und Stiftung Warentest?
Öko-Test bewertet Duschgels vor allem nach umstrittenen Inhaltsstoffen und legt oft strengere Maßstäbe als das Gesetz an. Stiftung Warentest bezieht bei Kosmetik häufig auch Anwendungstests mit Personen ein und gewichtet mehrere Prüfpunkte.
Ist ein Duschgel mit schlechtem Testergebnis gefährlich?
Nicht unbedingt. Alle in der EU verkauften Duschgels müssen der Kosmetikverordnung entsprechen. Ein schlechtes Urteil zeigt meist, dass Inhaltsstoffe enthalten sind, die das Institut kritisch sieht, oder dass andere Prüfpunkte schwach abgeschnitten haben.
Schneiden günstige Duschgels im Test schlechter ab?
Nein, häufig ist das Gegenteil der Fall. Eigenmarken von Drogerien und Discountern erreichen in Tests regelmäßig gute Ergebnisse, während teure Produkte nicht automatisch vorne liegen.